KALTENBACH OPEN AIR

KALTENBACH OPEN AIR

Heuer haben wir uns mal für was neues „altes“ entschieden.

Obwohl bisweilen das Wolfszeit – Festival einen fixen Platz in unserem Festivalsommer hatte, stand für das heurige Jahr ein anderes Schlussevent der Festivalsaison am Plan. Nicht weil wir das WZ nicht mehr mögen, sondern weil wir mehr oder weniger durch Zufall herausfanden, dass unser ehemaliger Bossredakreur Andi schon gemeinsame Sache mit dem Herrn Spiwak „Spiwi“ Thomas gemacht hat, welcher seinerseits als Mitschuldiger für das KALTENBACH OPEN AIR deklariert wird. Auf sein Angbot hin, mal vorbeischneien zu dürfen, ließen wir uns natürlich nicht lange bitten.

Deshalb haben wir uns für das heurige Jahr entschieden, es dem Andi mal gleich zu tun und uns auf die nicht ganz so lange Reise nach Spital am Semmering gemacht.

Eine hervorragende Entscheidung wie sich herausstellen sollte, denn alleine die anreise mit einem Zeitunterschied von fast vier Stunden wars allemal wert. Ganz zu schweigen vom Lineup!
Das Aufgebot an Bands der absolute Hammer. Angefangen von CRYPTOPSY, NECROPHOBIC, HORNA, ROTTEN über SVARTA, NOCTURNE,OMNIUM GATHERUM, SKALMÖLD bis VILAL REMAINS, MANTAR, HATE und VADER.

Wie schon im Preview erwähnt, ist das KALTENBACH OPEN AIR mittlerweile eines der letzten in Österreich vom Aussterben bedrohten Exemplare der mehrtägigen Metal-Festivals.
Es ist kein überranntes Festival, bei dem sich Besucher dicht an dicht am Campground drängen, sondern eines, bei dem man am 2. Tag schon fast jeden Besucher beim Namen kennt. Familiär, gemütlich und von wirklich angenehmer Atmosphäre.

…naja, bis auf die paar Vollhorste, die am 3. Tag um drei Uhr morgens, unmittelbar neben uns, „Landser“ auf volle Lautstärke gedreht hatten und das bis um halb Zwölf mittags auch nicht mehr unterließen. (Für Materien-Neulinge, Landser ist oder war eine deutsche Neo-Nazi Rock Band, die sich aus einer Neo-Nazistischen Gruppierung geformt hat und von 1991 bis 2003, also viel zu lange aktiv war.)

Da geschah’s ihnen nur recht, dass der Autokarre bald mal die Batterie flöten ging und das Vehikel nicht mehr zu starten war.

Was aber vollends genial war, war die teilweise übertrieben ausgedrückte Gleichgültigkeit der anderen Besucher diesen Möchtegern-Rockern gegenüber. Auf ein anzügliches Nachpfeifen reagierte z.B. eine Gruppe Mädels einfach damit, sich nicht mal umzudrehen, sondern kommentierten dies recht elegant mit Gelächter und einer Wand von hochgestreckten Mittelfingern. Manchmal kamen auch Nazi-feindliche Kommentare, die aber nie wirklich aggressiv sondern vielmehr mit Ironischer Heiterkeit ausgesprochen wurden. Mit anderen Worten, und hier ist es einfach nicht mehr möglich sachlich objektiv zu bleiben, Dieses Nazi-Gesinde wurde von vorne bis hinten verarscht, und war sich dessen großteils nicht mal bewusst…soviel dazu…

Aber genug der Negativität, widmen wir uns wieder dem Festival, seinen Besuchern und den Bands.

TAG 1: WARM UP!

Der erste Tag begann relativ gechillt mit angenehmer Runningorder auf dem für den Anfang mal gemütliche 10 Grüppchen standen.
Den Festival Opener stellten NEMESIS MY ENEMY und was wir da von unserem Zeltplatz gradewegs unterhalb der Bühne mitbekommen haben, war da schon einiges los. Unser Zelt wollte dummerweise nicht so, wie wir das wollten, daher verpassten wir schmerzlichst den Eröffnungs-Gig.
Wobei man gleich vorweg sagen muss, die Soundqualität war wirklich klasse. Wir hätten uns das gesamte Festival von unserem Campingplätzchen anhören können, man verstand da wirklich jedes Wort.
ADAMON, 5 STABBED 4 CORPSES, DejaVu, und INFEST legten dann gehörig nach, auch was die Platzausnutzung des Bühnengeländes anging. Denn je später die Stunde, desto motivierter waren die Gäste und desto voller wurde es vor der Bühne.
BENIGHTED droschen wieder mal ein Set raus, das einen schwerlich zu Atem kommen ließ und RAGNAROK machten ihrem nahmen wie immer alle Ehre.
Netter Weise, ließen sie die Bühne und das dazugehörige Gelände weitgehend unverschont, bis auf den ein oder anderen ruinierten nacken oder so manch zerstörte Frisur.

Um 23:10 waren VITAL REMAINS an der Reihe und was DIE Jungs abgliefert habenüberstieg unsere bisherigen Erwartungen. Wir wussten zwar vom Hörensagen, dass dieses Grüppchen „Da absolute Wahnsinn“ sein muss, hatten aber bis dato noch nie das Vergnügen einen Live-Gig besuchen zu können. Was eigentlich totaler Wahnsinn ist, zumal VITAL REMAINS ja nicht grade Newcommer sind.
Als wir so da standen, und den Klängen lauschten, wurde uns alles was wir über die Jungs gehört hatten zu 200% bestätigt. An dieser Stelle muss zugegeben werden, dass uns seit langem keine Band so weggehauen hat, wie diese paar Kerle da auf der Bühne. Die anwesenden Fans und die, die’s vielleicht noch werden wollten, huldigten VITAL REMAINS mit voller Hingabe.
Anscheinend aber immer noch zu wenig für Sänger xxx, der kurzfristig mal zum Drill-Instructor wurde „If i can stand here on stage, doing this show tonight with a fuckin flu, Than you motherf****** can make some fuckin noise! Bang your Fuckin head!“
Diesem Aufruf konnte sich schlecht jemand wiedersetzen. Alle taten wie ihnen geheißen und xxx war sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis.

Die letzten beiden Bands des Abends waren um 00:30 – 10:10 CROSSING EDGE und SENNTUS nachten von 01:30 bis 02:00 den Schluss-Act, welche wir nur aus dem Backstage mitbekamen, da es auf diesen Festivals auch immer wieder solch dubiose Gestalten mit Bart und langen Haaren gibt, die einem in Dauerschleife Whisky-Cola spendieren…

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